Die Entstehung der Keramik

 

"Aus Stein zu Stein"  

 

 

 

 

 

Jahrmillionen braucht die Erde, aus Stein wird formbarer Ton.

Nur Minuten für das Formen, in enormer Hitze gebrannt, besteht das getöpferte Gefäß wieder einer scheinbaren Ewigkeit.

Der Rohstoff Ton ist ein Produkt des Erstarrungsgesteins (Tiefengesteins) der Erde. Die "bildsamen Erden" (Kaoline und Tone) entstanden durch Verwitterung. Die Tiefengesteine (z.B. der Granit und die daraus entstandenen Gneise) sind durch Erdfaltung aufgeworfen worden und verwitterten:
Zerfall (mechanische Verwitterung): Frost, Hitze, Eis, Pflanzenwurzeln zersprengen; Gletscher, Bäche zermahlen; Steinlawinen zerschlagen ...

Zersetzen, Lösen (chem. Verwitterung): durch aufsteigende Magma, Wasser, Kohlendioxid, Säuren ...

Verwitterungsprodukte des Erstarrungsgesteins sind der Kaolin auf der primären Lagerstätte. Der Kaolin, Rohstoff für das Porzellan, enthält viel Feldspat, besteht hohe Brenntemperaturen - sintert dicht. Er enthält keine Verunreinigungen - brennt weiß.
Der Kaolin wird durch Wasser (Bäche, Flüsse) abtransportiert,  und sedimentieren zu horizontale sekundäre Lagerstätten. Die Tone verlieren zunehmend Feldspat, bestehen nur noch niedrigere Brenntemperaturen - bleiben porös. Beim Abtransport lösen sie Verunreinigungen (Metalloxide), nehmen sie auf - brennen farbig.
Die Tonlagerstätten können durch Erdbewegung in der Tiefe unter Druck und Hitze zu Schiefer umgewandelt werden.
Trocknet Ton an der Erdoberfläche aus, wird er vom Wind abtransportiert und lagert sich ungeschichtet ab, bilden sich Lösse. Verwittert Löß, entstehen Lößlehme.
Lehme (Tonminerale mit hohem Quarzanteil und Mergelton (Tonminerale mit Kalk, häufig auch Gips oder Dolomit) sind jüngere Verwitterungsprodukte unterschiedlicher Tonlagerstätten. Einige Lehme enthalten so wenig Feldspat - ohne zusätzlichen Zuschlag von Ton zerfallen sie im Feuer.
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